Eigenlob

„Wow, super schon dein Kleid heute.“ „Genial, richtig toller Text.“ „Dein Lachen ist mega sympatisch.“
Gestern bekam ich ein Kompliment auf ein Foto in meiner Instagram-Story. Meine erste Originalantwort darauf war – wie so oft, in dieser Art:

„Was Miederhose, Glitzertop und Makeup alles bewirken können.“

Wie doof ist das denn bitte?
Denn haltet Euch fest: ich fand mein Foto selbst auch mega klasse und ich fand mich darauf sogar echt hübsch. Und nicht nur das, ich habe sogar den Moment, als es aufgenommen wurde genossen. Denn da bekam ich gerade Applaus und es ist nun mal so, dass ich Applaus liebe.

Aber so was sagt man natürlich nicht. So was darf man niemals zugeben oder behaupten, weil man dann „eingebildet“ ist.

Gleichzeitig ist gerada Instagram eine megea Pseudo-Show-Welt, die auch mir oft zum Hals raus hängt.

Wie passt das zusammen und wo finden wir für uns und für unsere Kinder darin eine gute Mitte?

Ich habe von Gordon Neufeld gelernt, mich selbst ‚zu loben‘ oder um es anders auszudrücken, mich selbst wertzuschätzen.

Nicht, dass er das so direkt sagt. Seine Worte sind ganz anders.
Doch ich habe entdeckt, wie wertvoll  es ist, meine Kinder nicht einfach mit Lob von außen zu überschütten. Stattdessen sage ich Sätze wie:

„Und wie fühlt sich jetzt für dich an, dass du xyz gemacht hast?“ (deine Hausaufgaben ganz alleine erledigt / einen Schneemann gebaut / die fremde Verkäuferin etwas gefragt / mit dem neuen Pulli in der Schule gegangen / …) .

Ich wünsche mir, dass meine Kinder, diese wunderbaren Gefühle in sich selbst entdecken, fühlen und produzieren. So baut man Glück. Egal was das Umfeld meint, sagt oder denkt.

Wenn ich das Gleiche, jetzt einfach ebenso für mich selbst anwende, antworte ich komplett anders auf ein Kompliment.